Rotbrauner Riesenträuschling / Stropharia rugosoannulata Farlow ex Murr.






Dieser grosse, dickfleischige Pilz gilt als wärmeliebend und ist eher ein typischer Vorsommer und Sommerpilz. Die für den April (2007) ungewöhnliche Hitze hat zweifellos dazu beigetragen, dass die beschriebene Kollektion so früh aufgetreten ist.

 

Beschreibung:
Hut: 60-150 (200) mm Ø, jung konisch bis konvex, später polsterförmig bis abgeflacht. Oberfläche glatt, matt, fettig anzufühlen, feucht nie schmierig.
Jung wein bis rotbraun, später heller und ockerbräunlich überfasert oder etwas aufspringend. Rand unregelmässig mit Velumresten behangen.

 

Lamellen: jung rauchgrau, dann grauviolett bis schwarzviolett. Breit angewachsen, Schneiden weiss und schwach gekerbt 

Stiel: 70-150 x 15-30 mm, zylindrisch, schwach keulig, voll, berindet. Basis mit dicken, weissen Rhizomorphen, die zäh in das Substrat übergehen. Über dem Ring weiss, darunter bräunlich überfasert. Ring fest und wattig, gelblichweiss, auf der Oberseite gerieft, vom Rand her sternförmig aufreissend.

Fleisch: weiss, dickfleischig. Geruch nach Rettich und Gras. Geschmack mild, schwach rettichartig. 

 

Vorkommen:
Vorsommer bis Herbst. In Gruppen auf Rinden oder Holzhäcksel, auf Wiesen und in Gärten.

Besonderes:
Der Pilz ist in Europa erst seit den 50ger Jahren bekannt und wurde vermutlich aus Nordamerika eingeschleppt. Er ist als Zuchtpilz auf Stroh vor allem aus den Vereinigten Staaten als "Braunkappe" bekannt.  

Speisewert:

Der Rotbraune Riesenträuschling gilt als essbar, wobei hinsichtlich des Speisewertes die Meinungen auseinander gehen. Auch sollte bekannt gewordenen individuellen Unverträglichkeitsreaktionen bei Wildfunden Beachtung geschenkt werden. Es scheint, dass der Pilz als Substratzehrer je nach Unterlage verschiedene, nicht unbedenckliche Inhaltsstoffe anreichert.



Aktualisiert:  18.Jan.2012